{"id":544,"date":"2021-11-28T12:39:06","date_gmt":"2021-11-28T11:39:06","guid":{"rendered":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/?p=544"},"modified":"2021-11-28T12:39:06","modified_gmt":"2021-11-28T11:39:06","slug":"radikale-innovation-4-safe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/radikale-innovation-4-safe\/","title":{"rendered":"Radikale Innovation f\u00fcr SAFe?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"382\" src=\"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122-1024x382.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-545\" srcset=\"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122-1024x382.png 1024w, https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122-300x112.png 300w, https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122-768x287.png 768w, https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122-1536x573.png 1536w, https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/1637916378122.png 1607w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>SAFe &#8211; eine Folge kleiner Wasserf\u00e4lle statt eines best\u00e4ndigen Flow ?<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist mir bewusst. Mit diesem Artikel kratze ich an einem Grundpfeiler von <a href=\"https:\/\/www.scaledagileframework.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SAFe<\/a>. Trotzdem, auch auf die Gefahr f\u00fcr immer verstossen zu werden (von wem eigentlich und wohin?) liegt es mir auf dem Herzen diesen Artikel zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der letzte kleine Anstoss war meine Anfrage an einen Epic Owner, ob er eine halbe Stunde Zeit hat f\u00fcr den Austausches zu einem Thema, das er selbst angeregt. Die abschl\u00e4gige Antwort lautete ungef\u00e4hr: \u00abIch bedauere, in drei Wochen haben wir unser PI-Planning und ich bin mit der Vorbereitung vollkommen zu.\u00bb DREI WOCHEN PLANUNG um ein Planungs-Event, n\u00e4mlich das PI-Planning vorzubereiten!? SAFe Consultants haben bestimmt recht mit der Vermutung, SAFe k\u00f6nnte hier eventuell nicht ganz ideal gelebt werden. Nun gut, dieses Erlebnis war ja auch nur der letzte Anstoss diesen Artikel zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Pers\u00f6nlich halte ich das SAFe Framework f\u00fcr eine gute Sammlung von good practices aus den verschiedenen Bereichen Entwicklungsarbeit agil und kollaborativ zu gestalten. SAFe ist ein veritabler Startpunkt f\u00fcr Unternehmen, die eine st\u00e4rkere F\u00fchrung und Strukturierung auf dem Weg zu (Enterprise) Agilit\u00e4t ben\u00f6tigen. Der starke Nachteil von SAFe liegt nicht im Framework selbst, sondern in der Art wie SAFe in Unternehmen eingebracht wird, n\u00e4mlich zum einen zumeist auf die IT-Entwicklung beschr\u00e4nkt und zum anderen wie ein Rezept angewendet und nicht wie ein Framework. Vor allem das zweite bedeutet: Unternehmen nehmen viel zu viel aus dem Framework in ihre Organisation, statt nur die notwendigen Elemente. Das entspricht nicht einem Lean Gedankengut. Zudem fehlt h\u00e4ufig die Anpassung einzelner Elemente an den Kontext des Unternehmens, also das Inspect &amp; Adapt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem, ist die Evolution von SAFe \u00fcber die Zeit einseitig. Viele Methoden, wie zuletzt Design Thinking, haben Eingang gefunden. So ist das Framework zu einer erschreckenden Gr\u00f6sse angewachsen, die eher schon an Hermes oder Prince erinnert, daf\u00fcr sind gewisse technologische und organisatorische Grundkonzepte nicht der Evolution gefolgt. \u00dcber die Zeit sind f\u00fcr mich eine ganze Anzahl an Defekten in SAFe sichtbar geworden, die es sich lohnt zu analysieren und zu \u00fcberdenken. Seit der ersten Version von SAFe hat sich viel ver\u00e4ndert. J\u00fcngstes Beispiel ist der Fakt, dass mit der Pandemie Covid-19, Home-Office Pflicht und Kollaborationsplattformen ein Team nicht sieben Tage in der Woche co-located an einem Ort sitzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel hinterfrage ich insbesondere das Konzept des PI und des <a href=\"https:\/\/www.scaledagileframework.com\/pi-planning\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PI-Planning<\/a>. Ich denke wir haben in der agilen Community seit dem Etablieren des PI vor zehn Jahren gelernt und pfiffige Wege gefunden kontinuierlicher zu arbeiten als in einem drei Monate Planungsrhythmus. Darum geht es ganz wesentlich in diesem Artikel: Mehr Flow etablieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punkt 1: Wir brauchen keine Releases mehr<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Namen PI und Release Train kommen nicht von ungef\u00e4hr. PI bedeutet Product Increment und ein Release Train ist eine Menge an Personen, die nach drei Monaten ein Product Increment \u00abreleasen\u00bb, d.h. operativ setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das mag damals, als SAFe in 2011 in der ersten Version ver\u00f6ffentlicht wurde, ein wichtiges Konzept gewesen sein. Damals (damals klingt schon richtig nach Historie &#8211; und ist es auch) waren die meisten Systemlandschaften in Unternehmen eng \u00fcber alle Systeme hinweg gekoppelt. Nur wenn alle Systeme ihre Change Requests korrekt und konsistent implementiert hatten, war es m\u00f6glich eine neue Version der Systemlandschaft operativ zu setzen. Das war ein l\u00e4ngerer Aufwand im Testen, im Durchlaufen von Staging Umgebungen. Es galt alle Server sowohl hardware- als auch softwareseitig zu aktualisieren und die Schnittstellen zwischen Systemen aufzubauen und zu testen. Meist war dies eine Wochenendaktion. Ich selbst war in solchen Aktionen im letzten Jahrtausend oft genug beteiligt. Wegen diesem grossen Aufwand gab es in Unternehmen, typisch Banken und Versicherungen, maximal vier Releases pro Jahr. Es war nicht wirtschaftlich den Aufwand f\u00fcr ein Release h\u00e4ufiger als viermal pro Jahr zu leisten. Wir waren damals auch nicht in der Lage das Deployment von dem operativ Schalten einer Software zu trennen, wie wir es heute mit Feature Toggling sind.<\/p>\n\n\n\n<p>SAFe hat dieses Prinzip mit dem PI ber\u00fccksichtigt, um anschlussf\u00e4hig zu sein an die Release Zyklen in den Zielunternehmen \u2013 was damals ja vollkommen ok und richtig war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und heute: Rund die H\u00e4lfte der modernen Systemlandschaften lebt in einem (Biz)DevOps Environment. Autonome Teams oder ARTs sind potentiell kontinuierlich f\u00e4hig eine neue Version ihrer IT-Bausteine operativ zu setzen. Feature Toggling, Interface Versioning und \u00e4hnliche Ans\u00e4tze erlauben einem IT-Baustein einen unabh\u00e4ngigen Release Zyklus von anderen IT-Bausteinen zu fahren und vollkommen unabh\u00e4ngig von dem Zeitpunkt, an dem ein Feature gegen\u00fcber dem Kunden operativ verf\u00fcgbar geschalten wird. Releases aus technischen Gr\u00fcnden sind kein Argument f\u00fcr ein PI, eine gesunde System Architektur vorausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnte noch ein Argument sein, dass ein operativer Einsatz, also das \u00abScharfschalten\u00bb gegen\u00fcber dem Kunden mit dem Marketing abgestimmt sein sollte und das PI sich dazu eignet. Um das Argument zu entkr\u00e4ften, gen\u00fcgt wahrscheinlich ein kurzer Austausch mit dem Marketing. Wenn das Marketing einmal das Konzept des Feature Toggle erlebt hat, also die M\u00f6glichkeit durch Konfiguration ein Feature oder einen neuen Service per Konfiguration innerhalb einer Sekunde zu genau dem gew\u00fcnschten Zeitpunkt einzuschalten, wird es die Freiheit geniessen mit optimaler Wirkung beim Kunden ein Scharfschalten von Services durchzuf\u00fchren \u2013 und in allen Bereichen einfordern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: der historische Aspekt des Product Increment und des Release Train greift in modernen Cloud (Biz)DevOps Systemumgebungen nicht mehr. Der Name Release Train ist \u00fcberholt. Es gibt zwar noch Produkt Inkremente \u2013 aber wahrscheinlich in naher Zukunft jeden Tag mehrere von jedem einzelnen Team. Vielleicht w\u00e4re Value Stream Train heutzutage ein besserer Name, der das kontinuierliche Arbeiten du noch besser den inhaltlichen Bezug st\u00e4rker ausdr\u00fcckt. Wie dem auch sei: Die Anforderung nach der Synchronisierung eines Release alle drei Monate \u00fcber ein Set an Teams ist kein Argument mehr das PI beizubehalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punkt 2: Die Teams m\u00fcssen sich alle drei Monate synchronisieren<\/h2>\n\n\n\n<p>Synchronisation ist notwendig. Ohne Synchronisation laufen die Dinge auseinander. Wor\u00fcber ich stolpere im Ansatz des PI-Planning ist das \u00aballe gemeinsam\u00bb. Hier ist ein Prinzip, das im Kleinen sinnvoll und notwendig ist, auf eine Ebene gehoben, auf der das Prinzip keinen Sinn mehr macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehen wir uns dazu Prinzipien einer Architektur an. Ich rede hier nicht von Software oder System Architektur. Grundlegende Architekturprinzipen, die Einfluss auf das Design eines komplexen Systems besitzen, gelten nicht nur in der IT. Sie gelten auch f\u00fcr Organisationen, Gesch\u00e4ftsprozesse, f\u00fcr Geb\u00e4ude, im Sportverein. Zwei wesentliche Prinzipien sind<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Seperation of concerns: Zwei orthogonale (also voneinander unabh\u00e4ngige) Aspekte werden unabh\u00e4ngig voneinander formuliert und bewirtschaftet.<\/li><li>High cohesion and loose coupling: Eine qualitativ hochwertige Architektur weist folgende Eigenschaften auf: Elemente, die aufgrund eines gemeinsamen Aspekts zusammengeh\u00f6ren, bilden ein lokales (dezentrales) Netz mit hoher Kopplung und Interaktion der Elemente. Die lokalen Netze sind untereinander durch die minimal m\u00f6gliche Anzahl an Abh\u00e4ngigkeiten lose gekoppelt. Die Abh\u00e4ngigkeiten zwischen den lokalen Netzen sind (ideal) unkritisch im Sinne der Funktionsweise des Gesamtnetzes.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wenden wir diese Architekturprinzipien auf eine Organisation an. Wird eine Organisation und ihre darin lebenden Gesch\u00e4ftsprozesse nach einem Domain Driven Ansatz formuliert, so ist schnell zu erkennen, dass die Organisation aus vielen Subdomains (Elementen, die aufgrund eines gemeinsamen Aspekts zusammengeh\u00f6ren) besteht. Eine Subdomain kann als lokales, dezentrales Netz interpretiert werden, welches einen klaren Kontext besitzt mit einer ebenso klaren Abgrenzung gegen\u00fcber anderen Kontexten (Subdomains). Martin Fowler nennt dies einen bounded context.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einwurf: Domain Driven Ansatz<\/h3>\n\n\n\n<p>(Externer Link zu Diskussionen von Martin Fowler zu <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/martinfowler.com\/tags\/domain%20driven%20design.html\" target=\"_blank\">Domain Driven Design<\/a>, eine gute Quelle)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ansatz, um eine Wissensdom\u00e4ne oder eine Fachdom\u00e4ne wie zum Beispiel das Retail Online Business in fachliche und technische Bestandteile (Sub Domains) zu zerlegen, die m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig voneinander sind.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Sub Domains k\u00f6nnen sich autonom entwickeln, mit klar definierten und angestrebt minimalen fachlichen und technischen Abh\u00e4ngigkeiten zueinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Sub Domain besitzt typisch eine eigene Begriffswelt und Terminologie. Ein Beispiel ist etwa die Fachdom\u00e4ne des Underwriting. Wenn Underwriter miteinander diskutieren, dann verstehen \u00abNormalb\u00fcrger\u00bb zwar die Worte, aber nicht den Sinn der Worte. Ein Unternehmen, das Software f\u00fcr Underwriter entwickelt, muss die \u201cSprache\u201d des Underwriting verstehen. Eine solche Dom\u00e4nen spezifische Sprache wird auch \u201c<a href=\"https:\/\/martinfowler.com\/bliki\/UbiquitousLanguage.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ubiquites language<\/a>\u201d bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Identifikation von Domains und Subdomains nach dem Domain Driven Ansatz bietet einen idealen Ausgangspunkt, um in einem n\u00e4chsten Schritt Values Stream zu identifizieren. Das w\u00e4re jedoch ein eigener Blog.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Subdomains besitzen Abh\u00e4ngigkeiten zueinander. Die maximal m\u00f6gliche Anzahl Abh\u00e4ngigkeiten der Subdomains betr\u00e4gt mathematisch gerechnet n*(n-1)\/2, mit n als die Anzahl der Subdomains. Besteht ein Gesch\u00e4ftsmodell eines Unternehmens aus zum Beispiel 25 Subdomains, so betr\u00e4gt die theoretische Anzahl an Abh\u00e4ngigkeiten 300. Wenn jede dieser Abh\u00e4ngigkeiten im Schnitt vier Kommunikationsschnittstellen verschiedener Informationstypen aufweist, w\u00e4ren insgesamt 1200 Schnittstellen zu pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein nicht wissenschaftlicher Check von mir der Umgebungen, die ich kenne aus Transport, Versicherungen und eHealth, weist in Realit\u00e4t eine erheblich geringere Anzahl an Abh\u00e4ngigkeiten zwischen den fachlichen Subdomains des Unternehmens aus, gesch\u00e4tzt ein Viertel davon. Ich bin \u00fcberzeugt, dass dies einmal einer wissenschaftlichen Untersuchung wert w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir zu den Auswirkungen auf die Organisation. Wenn autonome Teams f\u00fcr die Entwicklung von Subdomains verantwortlich sind, dann m\u00fcssen sich genau diejenigen Teams synchronisieren, die Abh\u00e4ngigkeiten besitzen. Es ist also m\u00f6glich Cluster von Teams mit Abh\u00e4ngigkeiten zu identifizieren. Nehmen wir das Beispiel von oben mit 25 Subdomains. Statt mit 24 anderen Subdomains Abh\u00e4ngigkeiten zu diskutieren, w\u00e4re es nur 6 Subdomains. Es m\u00fcssten sich theoretisch nur je 6 Teams zueinander synchronisieren. In der Realit\u00e4t sind die Abh\u00e4ngigkeiten allerdings nicht gleichverteilt. Es existieren Subdomains, wie zum Beispiel \u00abProdukt Informationen (PIM)\u00bb im Retail Business, die wesentlich mehr Abh\u00e4ngigkeiten besitzen. Hingegen existieren ebenso Subdomains, die eventuell nur eine oder zwei Abh\u00e4ngigkeiten besitzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zum PI-Planning. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet diese Erkenntnis: NICHT ALLE TEAMS m\u00fcssen sich gemeinsam an EINEM Event synchronisieren. Es gen\u00fcgt, wenn sich die Cluster von Teams synchronisieren, welche Abh\u00e4ngigkeiten zueinander besitzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hier spielt noch ein weiterer Aspekt zu Kadenz und Synchronisierung eine Rolle. Es ist relevant, dass die verschiedenen Meetings (Events) in einem Unternehmen abgestimmt aufeinander in einem gemeinsamen Takt stattfinden. Idealerweise gilt dieser Takt nicht nur in der Entwicklung, sondern auch in den operativen Einheiten des Unternehmens, ideal bis zur Gesch\u00e4ftsleitung. Ein gemeinsamer Takt bedeutet jedoch nicht, dass alle Synchronisierungen zum identischen Taktschlag stattfinden m\u00fcssen. Ein Cluster von Teams, welches kundennahe agiert in einem sich schnell ver\u00e4nderndem Umfeld, bevorzugt eventuell ein Synchronisierungsevent jede zweite Woche, einem Cluster von Teams, welches im Kontext des Accounting in einer SAP-Umgebung aktiv ist, gen\u00fcgt eventuell eine Synchronisierung jede vierte oder achte Woche. Um es musikalisch auszudr\u00fccken: Das ganze Unternehmen schwingt im 4\/4 Takt, allein gewisse Cluster spielen eine Achtel Noten Melodie, andere Cluster spielen eine tragende Melodie im zwei ganze Schl\u00e4ge Rhythmus. So kann unterschiedlichen Ver\u00e4nderungsgeschwindigkeiten im Unternehmen Rechnung getragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun steckt in SAFe der Gedanke von ARTs einschliesslich der Idee, dass ein ART nach dem Gedanken des Domain Driven Ansatzes identifiziert wird und genau somit dem zweiten Architektur Prinzip folgt. Ein ART w\u00e4re dann so ein Cluster an Teams, die Abh\u00e4ngigkeiten besitzen und ihrer Gesamtheit einen Wertstrom des Unternehmens repr\u00e4sentieren. Wenn wir die Realit\u00e4t von ARTs in Unternehmen ansehen, wird dem Prinzip (leider) nur geringf\u00fcgig gefolgt. Das Framework SAFe bietet im PI-Planning eine Praktik an, um diese Abh\u00e4ngigkeiten zu managen. Dies ist bedauerlich. Anstatt einen Ansatz zur Verf\u00fcgung zu stellen, wie Abh\u00e4ngigkeiten vermindert werden k\u00f6nnen, um das Organisationdesign zu verbessern, verwaltet SAFe Defekte im organisatorischen Ansatz ohne Anreiz zu dieser Optimierung. Domain Driven Design oder Values Stream Design sind Ans\u00e4tze f\u00fcr ein optimiertes Organisationsdesign.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Pl\u00e4doyer: Es ist sehr wertvoll in ein f\u00fcr das Unternehmen geeignetes Dom\u00e4nenmodell zu investieren (bitte nur ein einziges) und anschliessend den Clustern von Teams (wir k\u00f6nnen diese ja als ARTs organisieren) maximal m\u00f6gliche Autonomie zu geben. Dann k\u00f6nnen wir das PI f\u00fcr alle kippen und die einzelnen Cluster ihre spezifischen Abh\u00e4ngigkeiten mit geeigneten Synchronisierungsmechanismen adressieren lassen, abgestimmt auf den im ganzen Unternehmen geltenden Takt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Mit einem geeigneten Domain Driven Design Ansatz f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsmodelle des Unternehmens ist es m\u00f6glich Abh\u00e4ngigkeiten zwischen (Cluster von) Teams zu vermindern und damit die Komplexit\u00e4t im System besser beherrschbar zu gestalten. Dieser Ansatz erlaubt es Clustern mehr Autonomie zu geben mit weniger Notwendigkeit zur Synchronisierung unter Clustern. Der Aufwand f\u00fcr das Management von Abh\u00e4ngigkeiten sinkt, so dass dieser Aspekt in einem gemeinsamen PI-Planning \u00fcberfl\u00fcssig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punkt 3: Eine gemeinsame Vision<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine gemeinsame Vision aufzubauen und im Unternehmen zu kommunizieren ist ein elementares Element des agilen Arbeitens.&nbsp;Das PI Meeting enth\u00e4lt einen entsprechenden Block, in welchem die gemeinsame Vision von Business und Architektur kommuniziert wird, also das Einschw\u00f6ren auf den Nordstern, der alle unsere Entscheidungen im kommenden PI leiten wird. Es ist relevant das \u00abWarum\u00bb verst\u00e4ndlich zu erkl\u00e4ren, ideal verbunden mit der Chance Feedback zum Warum zu bekommen. Denn auch das Warum ist nicht festgenagelt und ver\u00e4ndert sich \u00fcber die Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte die gl\u00fcckliche Chance in einigen PI Planning Meetings in verschiedenen Unternehmen Member zu sein und auch Gast sein zu d\u00fcrfen. Nach meiner Beobachtung war die Kommunikation der Vision f\u00fcr die Entwicklung der Business und System Architektur eher ein One-Way-Monolog, zumindest in den gr\u00f6sseren Unternehmen. Das Gef\u00fchl stand pr\u00e4sent im Raum: Die Gesch\u00e4ftsleitung gibt den Marschbefehl in Richtung X, die Enterprise Architekten haben im stillen K\u00e4mmerchen ausgeheckt wie in Richtung X gelaufen wird und wir als Betroffene haben nun nur noch zu laufen. Die Chance zum Feedback und Challenging war gering. Feedback und Challenging sind jedoch wichtige Elemente, um ein strategisches Alignment im Unternehmen zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einwurf Begriffserkl\u00e4rung: Business, System, Enterprise Architektur<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich versuche hier die Begriffe m\u00f6glichst einfach zu erkl\u00e4ren. Ich hoffe auf Nachsicht der Experten in den jeweiligen Gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Business Architektur: Das Gestalten der Gesch\u00e4ftsmodelle und ihres Wirkens im dem \u00d6kosystem, in dem ein Unternehmen seine Vision verwirklichen will. Die Business Architektur findet heraus, welche Prozesse und F\u00e4higkeiten ein Unternehmen beherrschen sollte, um hier erfolgreich zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>System Architektur: In einer digitalen Welt wird ein relevanter Anteil der Gesch\u00e4ftsprozesse durch Software unterst\u00fctzt bis hin zur kompletten Automatisierung von Abl\u00e4ufen. Die System Architektur strebt an, diese komplizierte Welt der vielen Softwarebausteine so zu gestalten, dass die Prozesse und F\u00e4higkeiten des Unternehmens im Sinne der Vision des Unternehmens optimal (kundenorientiert, flexibel, weiterentwickelbar und wirtschaftlich) unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Enterprise Architektur = Business Architektur &amp; System Architektur<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Ein Szenario f\u00fcr ein strategisches Alignment k\u00f6nnte wie folgt institutionalisiert werden. Gesch\u00e4ftsleitung und Enterprise (Business, System) Architekten treffen sich regelm\u00e4ssig (in Events mit fixer Kadenz) mit je einem Team Cluster einer (Sub)Domain in einer Challenging Session. In dieser stellen Gesch\u00e4ftsleitung und Enterprise Architekten den Nordstern, die Vision, die strategische Entwicklung vor \u2013 wie auch immer das Unternehmen diesen Begriff nennen mag. Mehr Zeit sollten Gesch\u00e4ftsleitung und Enterprise Architektur in diesem Event dem Challengen des Nordsterns g\u00f6nnen. Sie sollten den Teilnehmer:innen den Raum \u00f6ffnen f\u00fcr Feedback oder das Einbringen von Bottom-up Ideen. In einem Unternehmen mit immerhin \u00fcber eintausend Mitarbeiter*innen, welches nicht nach SAFe organisiert ist, durfte ich dieses Prinzip erleben. Ein besseres Alignment \u00fcber alle Ebenen im Unternehmen habe ich pers\u00f6nlich noch nicht erlebt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: eine Vision, den Nordstern, den Purpose &#8211; oder wie auch immer wir das nennen wollen &#8211; im Unternehmen zu verbreiten ist ungemein wichtig, um fokussiert, erfolgreich und gemeinsam das Unternehmen zu entwickeln. Die beste Art und Weise ist dazu der direkte Austausch \u00fcber alle Ebenen im Unternehmen hinweg. Das PI-Planning mit seiner eher One-Way ausgelegten Kommunikationsform ist f\u00fcr mich pers\u00f6nlich nicht das ideale Mittel. Nehmen wir doch dieses Element aus dem PI Meeting heraus und schaffen ein eigenes Gef\u00e4ss f\u00fcr diese sehr relevante Kommunikation. So generieren wir einen h\u00f6heren Wert f\u00fcr das Unternehmen \u2013 n\u00e4mliche echtes gegenseitiges Verst\u00e4ndnis und Alignment.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punkt 4: Den Flow f\u00f6rdern<\/h2>\n\n\n\n<p>Flow im Unternehmen zu etablieren ist wertsch\u00f6pfend. Mit der Optimierung des Flow minimieren wir den Anteil des Waste in unserer Organisation. Queueing Theorie, Kadenz und Synchronisierung sind wichtige Elemente der Flow Optimierung. Kadenz und Synchronisierung habe ich in dem Artikel bereits diskutiert, nun gilt es mit diesen Konzepten den Flow f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage sei erlaubt, warum wir denn so an dieser drei Monate Kadenz des PI h\u00e4ngen. Mit diesem, wie in Stein gemeisselten, drei Monate Mega-Sprint sehe ich im heutigen Setup von Arbeitswelten und Teamsetup mehr Nachteile wie Vorteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachteil eins ist der, meiner Wahrnehmung nach, ebenso missbrauchte wie unn\u00f6tige Innovation &amp; Planning Sprint. Gut gedacht scheitert er in der Realit\u00e4t. Die Realit\u00e4t in den meisten Unternehmen ist (leider) noch immer das Push Prinzip auf der Ebene des Portfolio, also an dem noch immer vielfach existierenden \u00dcbergang vom \u00abBusiness\u00bb zur \u00abEntwicklung\u00bb. Das Business w\u00fcnscht sich \u2026 und die agile Entwicklungsorganisation versucht nach bestem Wissen und Gewissen die W\u00fcnsche zu realisieren. Da historisch die Entwicklungsorganisation unter dem Erkl\u00e4rungszwang des Effizienzmangels leidet, setzt sie sich ebenso dem Push aus, wie das Business seine Breitseite an W\u00fcnschen erfolgreich formuliert, vielleicht sogar in Form von Vertr\u00e4gen mit Partnern im \u00d6kosystem manifestiert (\u201cnun haben wir den Vertrag geschlossen, nun m\u00fcssen wir als Unternehmen auch liefern\u201d) und dies durch eine ambitionierte GL gest\u00fctzt. Wenn wir ehrlich sind \u2013 das ist nach wie vor die Realit\u00e4t in vielen Unternehmen. Der ganze Pull in der Entwicklungsorganisation ist nur ein kleiner Teilerfolg, wenn der Rahmen rund um die Entwicklungsorganisation im Push agiert.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge wird systematisch zu viel Arbeit in das PI-Planning hineingenommen. Eigentlich genau das, was jedes agile Prozess Framework versucht zu vermeiden. In Scrum erfolgt dies durch das Team beschr\u00e4nkter Gr\u00f6sse, das sich und seine Leistungsf\u00e4higkeit durch kurze Sprints bestens kennt und so mit schnellem Feedback \u00fcberpr\u00fcft. In SAFe dauert das PI drei Monate, bis zu hundert Mitarbeiter*innen sind in einem ART. Das scheitert die gesunde Selbsteinsch\u00e4tzung, die ein Team von f\u00fcnf bis acht Mitarbeiter:innen sich erwerben kann. Der typische Defekt ist der Missbrauch des IP Sprint, um zumindest das meiste des PI Umfang doch noch abzuschliessen. Nur sehr selten wird der Innovation, also dem \u201cI\u201d in \u201cIP\u201d \u00fcberhaupt Zeit gewidmet und viel zu wenig dem Planning, also dem \u201cP\u201d in \u201cIP\u201d, welches ja das n\u00e4chste PI vorbereiten soll. Das hat weitere Konsequenzen. Da dem \u00abPlanning\u00bb zu wenig Zeit gewidmet wird, ist das n\u00e4chste PI schlecht vorbereitet. Um zumindest etwas in den H\u00e4nden zu halten, sind Epic Owner, Business Analysten etc. im Dauerstress vor dem PI-Planning. Sie sind ja noch vom aktuellen PI im Stress, weil es gilt all diese Capabilities und Features abzunehmen, die zu sp\u00e4t ihre DoD (Definition of Done) erreichen. Da das Business noch immer W\u00fcnsche hat, man selbst schlecht vorbereitet ist und keine ausreichende Transparenz \u00fcber die eigene Leistungsf\u00e4higkeit besitzt, nehmen die Teams mit dem Prinzip Hoffnung eben doch wieder mehr hinein als verdaubar ist \u2013 ein Teufelskreis. Machen Sie einen einfachen Test (siehe meine Einleitung): fragen Sie w\u00e4hrend des IP Sprints eine der Product Managerinnen oder Epic Owner*innen ob sie Zeit f\u00fcr ein Afterwork Beer hat, um sich \u00fcber die Ideen aus dem \u201cI\u201d zu unterhalten. Die Antwort ist wahrscheinlich\u2026?<\/p>\n\n\n\n<p>Um noch ein Argument hinzuzuf\u00fcgen: Innovation fest auf den Zeitstrahl gesetzt hat noch nie funktioniert. Kreativit\u00e4t funktioniert einfsch nicht nach Plan. Das Grundprinzip f\u00fcr Innovation ist Slack Time. Slack Time ist (ein gewisses Mass an) freie Zeit, \u00fcber die ein Team frei verf\u00fcgt, die das Team ganz nach Belieben und Bedarf einsetzen kann. Ist das Alignment im Unternehmen erfolgreich und das Team positiv motiviert, so setzt es seine Slack Time f\u00fcr das Unternehmen ein. Ein Team ist genau dann kreativ, wenn der Zeitpunkt dazu reif und die Zeit vorhanden ist \u2013 und nicht zwischen dem 13.07 ab 8:00 Uhr bis zum 15.07 14:30. Wie Innovation funktioniert mit einem geeigneten Mix an kontinuierlicher Innovation und radikaler Innovation f\u00fcllt ein Buch. Daher lasse ich diesen Ausflug in Kreativit\u00e4t und Innovation hier aus mit der Feststellung: so jedenfalls funktioniert es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: der Takt von drei Monaten ist geeignet, um auf einer abstrakteren Ebene als der&nbsp;Team Ebene das Alignment zu adressieren, auch um Transparenz \u00fcber den taktischen Fortschritt zu bekommen und \u00fcber einen ungef\u00e4hren Forecast in die Zukunft. Ein drei Monate Abschnitt ist jedoch weder geeignet, um den Scope einer Planung festzuzurren, noch um Innovation nach Stundenplan unterzubringen. Drei Monate sind ein zu langer Zeitraum, um Flow zu etablieren. Aktivit\u00e4ten, die im Sinne des Flow h\u00e4ufiger stattfinden sollten wie Planung, Integration, Synchronisation konzentrieren sich auf den Zeitraum des PI-Planning. Das zerst\u00f6rt den Flow der kontinuierlichen Entwicklung. Der Flow profitiert, wenn das PI-Planning auseinandergenommen w\u00fcrde und die einzelnen Elemente des PI-Planning in durchaus unterschiedlicher Kadenz im Flow eingesetzt werden. Elemente, welche abstraktere Konstrukte adressieren drehen typisch langsamer, etwa im zwei ganze Schl\u00e4ge Rhythmus des Takts, als konkrete Elemente, die im Achtel Noten Rhythmus spielen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punkt 5: Warum nicht das PI evolution\u00e4r zum Flow weiterentwickeln?<\/h2>\n\n\n\n<p>Gehen wir noch einmal an den Anfang von SAFe zur\u00fcck. Historisch gesehen war das PI ein guter Start. In den letzten zehn Jahren, von SAFe Version 1.0 bis Version 5.1 hat sich viel ver\u00e4ndert, sowohl technologisch als auch organisatorisch. Nicht zuletzt hat Covid-19 eine erhebliche Ver\u00e4nderung in unserem Arbeits- und Sozialverhalten bewirkt. Wir haben gelernt und unsere Arbeitsweisen haben sich ver\u00e4ndert. Leider reflektiert sich dies meiner Meinung nicht an allen Stellen im SAFe Framework.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich an diese Stele etwas zynisch sein darf: Wahrscheinlich hat das auch mit Marketing zu tun. Ein Lacoste Hemd ist eben nur ein Lacoste Hemd, wenn ein Krokodil auf dem Hemd zu sehen ist. SAFe ist nur dann SAFe, wenn es ein drei Monate dauerndes PI besitzt. Rund um SAFe wird eine Menge Consulting und Schulung angeboten. Es g\u00e4lte eine Menge an Consultants zu schulen \u2013 wobei, da liesse sich wieder Geld durch Zertifizierung verdienen. Ich pers\u00f6nlich hoffe auf radikale Innovation auch bei SAFe.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Kritik von meiner Seite, das PI-Planning enth\u00e4lt charmante, wichtige und relevante Elemente. Es ist sehr sinnvoll regelm\u00e4ssig zu synchronisieren, ob wir uns im Grossen und Ganzen in Richtung Vision bewegen. Es ist sehr sinnvoll alle Mitarbeiter*innen mit in die Kommunikation zu nehmen. Es ist sehr sinnvoll die Architecture Vision und Runway zu erkl\u00e4ren, um debt transparent werden zu lassen und zu bek\u00e4mpfen. Viele weitere sinnvolle Elemente sind im PI-Planning enthalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stelle die ketzerische Frage: Ist es mit der Entwicklung von Cloud &amp; Container Technologie, BizDevOps Ans\u00e4tzen, Virtualisierung von Teamarbeit, Home-Office Konzepten, vielf\u00e4ltigen arten Flow mit einer Anzahl kleiner, aufeinander abgestimmter und fokussierter Events in Kadenz zu etablieren, Value Stream Erfahrungen, Kanban und Scrum etc. noch sinnvoll alle Mitarbeiter*innen in Abst\u00e4nden von drei Monaten zwei Tage lang kompakt mit einen PI-Planning zu \u00abbel\u00e4stigen\u00bb und anschliessend alle in einen drei Monate Super Sprint zu schicken?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich behaupte: Nein, es macht keinen Sinn \u2013 wir haben valide Alternativen entwickelt. Nehmen wir uns doch einmal Zeit und hinterfragen kritisch, von einem neutralen Standpunkt aus, die einzelnen Elemente eines PI-Planning. Warum nicht in Analogie zu liberating structures \u00fcberlegen, das PI-Planning in seine Elemente zu zerlegen und neu, Flow gerecht, zu arrangieren. Jedes einzelne der Elemente mag sinnvoll sein, aber nicht in der drei Monate Kadenz alles zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie w\u00e4re es&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden als drei Monate ein Team \u00fcbergreifendes (ART) Planning durchzuf\u00fchren?&nbsp;<\/li><li>ARTs wirklich nach einem Domain Driven Ansatz zu identifizieren und Abh\u00e4ngigkeiten minimieren statt managen?<\/li><li>Den Mut haben und in tr\u00e4gen Subdomains wie Zahlungsfluss, Asset Management in langsamerer Kadenz zu synchronisieren als in kundennahen Subdomains?<\/li><li>Die F\u00fchrung animieren, statt die Vision einmal alle drei Monate vom Vortragspult aus im Monolog zu verk\u00fcnden, diese direkt in die ARTs zu tragen und dort eine f\u00fcr alle sinnstiftende Diskussion zu f\u00fchren?<\/li><li>Das ganze Unternehmen in einen Takt bringen mit fein aufeinander abgestimmten, sehr spezifischen, kurzen, fokussierten Events in f\u00fcr die (Sub)Domain spezifischer Kadenz<\/li><li>Und\u2026und\u2026und\u2026<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>So k\u00f6nnten wir jeden Aspekt des PI und des PI-Planning durchgehen und entscheiden, ob wir ein eigenes Event daf\u00fcr einsetzen wollen in einer dem Kontext spezifischen Kadenz, oder ein gemeinsames, fokussiertes, welches einem \u00fcbergreifenden Alignment dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gemeinsame Takt mit aufeinander abgestimmten Events in spezifischer Kadenz bedeutet mehr Fokus pro Event, deutlich weniger Abh\u00e4ngigkeiten in der Planung der Planung (\u2026in der Planung der Planung \u2026 das gef\u00e4llt mir), weniger Waste. Es bedeutet weniger Lastspitzen bei gewissen Rollen vor dem PI-Planning. Es bedeutet \uf0e8 mehr Flow und Autonomie von Teams.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner pers\u00f6nlichen Wahrnehmung in der Arbeit mit Unternehmen, die nicht mit SAFe gestartet sind und ihr eigenes skalierendes agiles System etabliert haben, entsteht ein solches System.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sind wir mutig und experimentierfreudig oder Rezept gl\u00e4ubig?<\/h2>\n\n\n\n<p>Um das ganze abzurunden: Es gibt ein nett zu lesendes Buch von Tom de Marco aus uralten Zeiten mit dem Titel \u00abAdrenalin Junkies and Template Zombies\u00bb. Darin findet sich eine Sammlung aus Verhaltensweisen in Unternehmen, anekdotisch beschrieben, die sowohl eine zu konservative als auch eine zu progressive Haltung karikieren. Eine der Geschichten zielt darauf ab, dass eine Methode, ein Verfahren einfach so in Stein gemeisselt ist, dass es nicht mehr ohne Risiko f\u00fcr den Hinterfragenden hinterfragt werden darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe das Gef\u00fchl mit dem PI und dem PI-Planning sind wir an dem Punkt. Das Prinzip war einmal gut, es funktioniert auch nach wie vor \u2013 suboptimal. In den letzten zehn Jahren hat sich viel ver\u00e4ndert, organisatorisch, technologisch, methodisch. Es wird Zeit mutig zu sein und zu experimentieren, ob wir nicht eine als unverr\u00fcckbares Grundprinzip wahrgenommene Gewohnheit durch pfiffigere Ans\u00e4tze ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flow im Unternehmen zu etablieren ist wertsch\u00f6pfend. Mit der Optimierung des Flow minimieren wir den Anteil des Waste in unserer Organisation. Unterst\u00fctzt SAFe mit dem in die Jahre gekommenen Konzept des 3 Monate PI noch immer den Flow optimal? <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":545,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,23,59],"tags":[3,8,10,11],"class_list":["post-544","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lean","category-lean-ppm","category-portfolio-management","tag-agility","tag-lean","tag-portfolio-management","tag-safe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=544"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":547,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/544\/revisions\/547"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainergrau.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}